Ich habe an der Ludwig-Maximilians-Universität in München ein Studium der Kunstgeschichte, Philosophie, Psychologie und
Ethnologie mit dem Magister Artium mit Auszeichnung absolviert. Danach arbeitete ich für Zeitungen, Verlage und Fernsehproduktionen und
lernte das Filmhandwerk. Seit 2004 drehe ich Dokumentarfilme.
Meine Filme handeln von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen mit ihren ganz spezifischen Bewusstseinswelten, aber auch
von Grenzerfahrungen existentieller Natur, sei es Armut oder die Auseinandersetzung mit dem Tod.
Die Beschäftigung mit anderen Kulturen sehe ich als Notwendigkeit, um Unwissenheit und Vorurteile abzubauen und dadurch ein Miteinander
von unterschiedlichen Menschen zu ermöglichen, das von gegenseitigem Respekt gekennzeichnet ist.
Außerdem empfinde ich den Kontakt mit Andersdenkenden als geistige und seelische Bereicherung, um mein Bewusstsein zu erweitern und mich
im Leben in tieferem umfassenderem Sinne zu verorten.
Im Studium der Ethnologie und in mehrfachem Kontakt mit indigenen Kulturen, die der Natur noch stärker verbunden sind als die industriellen
Gesellschaften, habe ich erfahren, dass die Natur in anderer Form wahrgenommen werden kann als in der uns bekannten deskriptiven Weise als
biologisch definierbare Materie. |
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Diese Kulturen sehen die Natur gewissermaßen mit anderen Augen, sie blicken tiefer in Zusammenhänge und Vernetzungen von allem was lebt,
manchmal mit Methoden, die unseren von außen beschreibenden, objektiven Naturwissenschaften nicht zugänglich sind. Sie spüren und erfahren,
dass die Materie von Geist durchwirkt ist. Dies trägt möglicherweise dazu bei, dass sie in der Regel eine respektvolle Wertschätzung der
Natur besitzen, sieht man von dem Praktizieren teils grausamer ritueller Tieropfer ab. Wir ‚Aufgeklärten’ hingegen müssen uns den Respekt
vor allem Lebendigen erst wieder, von außen’ erarbeiten.
Ironischerweise ist es gerade die Königsdisziplin der Naturwissenschaften, die Physik, die, - längst an die Grenzen der erkennbaren Realität
herangekommen (Stichwort: Körnigkeit der Raumzeit und Lichtgeschwindigkeit) -, diese Grenzen in der Theorie überschreiten kann (Stichwort: Superstringtheorie).
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Der forschende Geist schweift in seinen Annahmen gewissermaßen über die Grenzen des dreidimensionalen Raumes und der linearen Zeit hinaus. Einer
der Väter der Quantenphysik, Max Planck, sagte bereits: ‚Es gibt keine Materie an sich. Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft,
welche die Atomteilchen in Schwingung bringt...’ Man müsse ‚hinter dieser Kraft einen bewussten intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist
der Urgrund der Materie.’ Heute hat man in Versuchen nachgewiesen, es ist ein Elementarteilchen, das sogenannte Higgsteilchen, das das Higgsfeld
anregt, was wiederum den Austauschteilchen eines Atoms ihre Masse verleiht, und damit die Welt der Materie begründet.
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Materie ist demnach hauptsächlich erstarrte Wechselbeziehung der Austauschteilchen mit dem Higgsfeld. Welcher Geist aber beflügelt das Higgsteilchen? Und hier
sind wir in gewisser Weise wieder bei den indigenen Kulturen angekommen, die die Natur als von Geist durchwirkt betrachten.
Ich finde es spannend zu erfahren,
dass sich ganz unterschiedliche, kulturell bedingte Zugangsweisen zur Welt auf einer tieferen Ebene berühren. Und ich bin dankbar, ein wenig Einblick in verschiedene
Bewusstseinswelten haben zu können. Mit meinen Filmen möchte ich diese Erfahrungen weitergeben.
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